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Allgemeine Infos zum Darwin-Teppichpython (Morelia spilota variegata) [Gray, 1842]

Haltungs-Anspruch: Einsteiger

Schutzstatus: WA II/ Anhang B, melde- und nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)

Herkunft: Darwin-Teppichpythons (aus der Familie der Rautenpythons) stammen aus dem Norden Australiens (siehe Herkunftskarte).
Die in Papua Neuguinea vorkommenden Artgenossen wurden im Jahre 2000 taxonomisch von der Art Morelia spilota variegata abgetrennt und wird seitdem als eigenständige Art
  Morelia spilota harrisoni geführt. Vor dem Jahr 2000 wurden die aus Neuguinea stammenden Verwandten noch als 'Variegatas' mit dem Zusatz Irian Jaya bezeichnet. Jedoch kann dieser Haltungsbericht auch auf Morelia spilota harrisoni angewendet werden.
Breites Habitat, von tropischen und subtropischen Gefilden, bis hin zu Wüstenrandregionen, in Waldregionen baumbewohnend (aboreal) lebend. Ansonsten sucht die Variegata in Felsvorsprüngen und Felshöhlen ihr Zuhause.
 
Habitat: Herkunftskarte
zur Ansicht der aktuellen Klimadaten bitte hier klicken
 
Größe: für australische Tiere bis ca. 200 cm, durchschnittliche Größe in Terrarien ca. 180 cm. Für Tiere aus Neuguinea ca 150 -180 cm
 
Haltung:

In möglichst großen Terrarien mit stabilen Klettermöglichkeiten,
Mindestgröße (LBH) lt. BNA: Faktor 0,75 x 0,5 x 1,0 multipliziert mit der Körpergrößefür 1 - 2 adulte Tiere. 
(bei 180 cm Körpergröße ergibt dieses z. B. eine Terrariengröße von
135 x 90 x 180 cm)
Wir persönlich empfehlen ein Terrarium in der Größe (LBH)
130-140 cm x 80 cm x 150-160 cm für ein adultes Pärchen, denn die Tiere werden zwar im Alter etwas "träger", nutzen aber gerne diverse Plätze in der Höhe und in der Tiefe.

Temperaturen sollten im Sommer bei ca. 28-31°C -Temperatur tagsüber länger hoch halten (bis späten Nachmittag) - lokal auch bis 35°C, wobei diese Spitzentemperaturen nicht wirklich notwendig sind.
Nachts ca. 25°C im Durchschnitt, je nach Saison (siehe z.B. "Winter") etwas abweichend.
Luftfeuchtigkeit tagsüber ca. 60-70%, nachts bei 70-80%,
bei Jungschlangen in den ersten Monaten einen Aufschlag von 10% gewähren (Dehydrationsgefahr).

Ebenso ist es wichtig, die Schlange selbst zu besprühen, da es vorkommen kann, dass diese nur von ihrem Körper Wassertropfen aufnimmt. Nicht jedes Tier deckt ihren Wasserbedarf über die Nutzung einer Trinkschale. Besonders unsere adulten Exemplare zeigen diese Eigenart, während jüngere Tiere öfters beim Trinken aus dem angebotenen Wassernapf beobachtet werden können.
Die ersten beiden Tage nach einer Fütterung sollte ebenfalls die LF erhöht bleiben.

Obwohl Morelia sp. variegata sehr gerne auf Bäume klettert und sich dort aufhält, sollten auch am Boden Versteckmöglichkeiten gegeben sein (Steine, Tontöpfe etc), da auch diese hin und wieder gerne genutzt werden.
Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv, d. h. tagsüber wird sie höchstens die Temperaturzonen wechseln.
 

Beleuchtung: im Sommer bis 12-14 Stunden, im Winter auf bis zu 8-10 Stunden reduzieren
 
Futter:  so ziemlich jede Art von Nagetieren, auch Geflügel (wobei ich aufgrund des übelriechenden, breiigen Kots, der daraus resultiert, abrate)
Jungtiere alle 8-10 Tage füttern und adulte alle 14-20 Tage.
Das Schöne bei Tieren aus dem Morelia spilota-Komplex ist, dass man wirklich sehen kann, wann es eigentlich wieder "Zeit" ist, denn die Tiere werden unruhig, aktiver, "suchend" - und das teilweise auch tagsüber.
Gelegentliche Fastenperioden (besonders in der sub-adulten Phase) verhindern eine Verfettung des Tieres, da auch diese Art, wie fast alle Tiere aus dem Morelia spilota-Komplex, eigentlich gierige Fresser sind.
Also ruhig auch ein bis zweimal im Jahr eine Fütterung überspringen oder über eine kürzere Zeit kleiner Beutetiere als gewohnt anbieten.

In der Paarungszeit im Winter kann das Futter verweigert werden.
Diese Art ist sehr schnell an Totfutter zu gewöhnen.
 
Winter: Keine Winterruhe, jedoch Haltung anpassen: Temperatur ähnlich den Sommertemperaturen (durchschnittlich 1°C weniger), wobei die Höchst-Spitzen (also Temperaturen jenseits der 32°C) wegfallen.
Die Dauer der Höchstwerte sollte jedoch geringer ausfallen (nur ein paar wenige Stunden), der Rest des Tages 27 - 31°C
In der Nacht bis minimal 23°C, seltenst weniger.
Da im australischem Sommer die meisten Niederschläge fallen, ist etwas weniger "Sprühbedarf" in der Winterzeit vorhanden.
Die Männchen sollten vor der Paarung ab Dezember von den Weibchen getrennt und bei ca. 20 - 22°C gehalten werden, um die Aussicht auf eine erfolgreiche Paarung zu erhöhen.
 
Fortpflanzung: Die Elterntiere sollten ca. 4 Jahre (weiblich) und 3 Jahre (männlich) alt sein - wobei der primäre Faktor eher Größe und Gewicht als das Alter ist.
Die Paarungszeit gleicht unserem "echtem Winter" von Dezember bis Februar (siehe "Winter"). Die Geschlechter sollten vor der Paarung getrennt werden und erst zur Paarung wieder zusammengesetzt werden.
Nach erfolgter Paarung muss man mit einer Tragzeit von 60 Tagen rechnen. Die Gelegegröße beträgt im Durchschnitt 12-25 Eier, diese werden dann noch mals 55-65 Tage inkubiert (je nach Brut-Temperatur auch bis zu 70 Tage).
Die geschlüpften Variegatas sind ca. 45 cm lang und man füttert in der Regel nach der ersten Häutung kleinere Mausspringer, Rattenpinkies oder Futtertiere ähnlicher Größe.
 
Zusammenfassung: Abgesehen von den Haltungsbedingungen (LF, recht hohe Temperaturen) eigentlich recht leicht zu haltende Schlange. Aber gerade die Haltungsbedingungen sind Argumente, die diese Art nicht unbedingt einem Einsteiger vorrangig empfehlenswert machen, wenn auch nicht unmöglich.
Die Optik dieser Schlange ist faszinierend, wobei Farbe und Sattelflecken erheblich abweichen können. Aber gerade daher dürfte für jeden "Geschmack" eigentlich was dabei sein.
Das Gemüt ist eher ruhig und fast als "zahm" zu bezeichnen, wenn sie nicht gerade hungrig sind oder sich gestört fühlen. Besonders im Vergleich zu den Unterarten "Cheynei" und "McDowelli" trifft das zu. Obwohl man mit solchen Begriffen bei der Schlangenhaltung vorsichtig umgehen muss.
Auch ist vielen Fällen ein unterschiedliches Verhalten bei Männchen und Weibchen zu beobachten - alle unsere Weibchen aus dem Morelia-Komplex (sp. cheynei, sp. variegata, bredli) sind "garstiger", um das mal liebevoll auszudrücken - unabhängig vom Alter.

Zu beachten ist, dass diese Schlange recht groß wird und diverse "Crossings" mit anderen Morelia-Unterarten sie auch mal locker über zwei Meter anwachsen lassen kann.
Technisch gesehen also etwas anspruchsvoller, vom Charakter her auch einem Einsteiger zu empfehlen!
Übrigens: wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Tiere weit aus ruhiger werden, wenn diese auch ruhig stehen. Steht das Terrarium an belebteren Standorten, sind die Tiere weit aus aktiver - um das Wort "nervöser" mal außen vor zu lassen.


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