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Allgemeine Infos zum Savu Python (Liasis savuensis)

Haltungs-Anspruch: Halter mit Erfahrungen

Schutzstatus: WA II/ Anhang B, melde- und nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)

Herkunft: Ausschließlich auf den Savu-Inseln vorkommend, die zu Indonesien gehörend eine winzig-kleine Inselgruppe süd-westlich von Ost-Timor bilden. Die Hauptinsel hat gerade mal die Länge von knapp 35 km.
Diese Insel steht im Übrigen seit Jahren mehrfach im Brennpunkt
  von Umwelt-Aktivisten, da der Regenwald dort wegen wirtschaftlichen Interessen zerstört wird. Es ist also fraglich, wie lange diese Art noch überhaupt in der freien Natur anzutreffen sein wird?
Vor noch wenigen Jahren gehörte dieser Python noch als Unterart zu "Liasis mackloti" (Liasis m. savuensis), jedoch wurde sie 1997 taxonomisch als Art eigenständig.
Der Savu-Python (spricht sich "Sawu-Python", im englischen auch "sawu" geschrieben) wird umgangssprachlich manchmal auch "Weißaugen-Python" genannt, da er als ausgewachsenes Tier weiße Augen hat. Meist jedoch wird er einfach nur "Savu" genannt, welcher in den Regenwäldern der Heimat-Inseln zu finden ist. Dort lebt er meist aboreal in der Nähe von Wasser.
 
Habitat:

Die Savu-Inseln werden durch ausgedehnte Palmen und Wiesenflächen geprägt, wobei das Klima durch die australischen Winde großteils im Jahr als trocken zu bezeichnen ist.  Fast 90% des Regens fällt in der Monsun-Zeit von November bis März.

Größe &
Erscheinung:

Der Savu ist eine recht kleinbleibende Python-Unterart, deren Untergrenze im adulten Alter mit 90-100 cm angegeben wird. Jedoch liest man widersprüchliche Angaben über die maximale Länge, wobei die alternativen Angaben zwischen 120 cm und 140 cm schwanken. Da der Savu-Python jedenfalls eine recht schlanke Schlange ist (wie nun mal alle Baumbewohnenden Schlangen), ist seine Gesamterscheinung eher zierlich und klein.

Die Jungtiere sind leuchtend orange bis hellbraun gefärbt und ca. 30 cm groß. Im weiteren Verlauf überziehen immer mehr schwarze, kleine Punkte diese Färbung, bis im adulten Alter das Tier schwarz-grau gescheckt ist. In ihrem ganzen Leben besitzen sie helle, creme-farbende bis weiße Bauchfärbung.
Diese Umfärbung betrifft interessanterweise auch die Augen, welche anfangs ebenfalls erst orange sind, später sich aber weiß umfärben und dem Python seinen gebräuchlichen Namen gaben. Diese Augen sind wirklich faszinierend!

Jungtiere sind leicht reizbar (siehe Fazit) und schnappen gerne schnell und unkontrolliert zu, während adulten Tieren eine eher ruhige und ausgeglichene Wesensart zugesprochen wird.

Haltung: Anfangs reicht für ein bis zwei futterfeste Jungtiere ein Terrarium mit den Maßen (BTH) 60 x 30 x 60 cm.

Auch wenn diese Tiere doch ein aboreales Leben haben, geht man heutzutage dazu über, sie deswegen nicht ausschließlich in Hochterrarien zu halten. Die Hochterrarien haben den Nachteil, Temperaturgradienten schlechter bewerkstelligen zu können, des Weiteren halten sich Savu-Pythons auch gerne mal in Verstecken am Boden auf.
Daher ist es ratsam, ein halbhohes, dafür breiteres Terrarium mit viel Kletter- und Ablagemöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Denn oft liest man von Empfehlungen, das Endterrarium sollte die ungefähren Maße von BTH 120 x 60 x 120 cm haben. Aufgrund der Charakteristik der Tiere (siehe weiter unten) empfehlen wir eine Mindesttiefe von 70 cm, optimalerweise 80 cm, um den recht aufmerksamen Tieren mehr Möglichkeiten zum Rückzug zu bieten.
Die ewigen Bisse gegen die Terrarienscheibe wird bei zu geringer Tiefe alltäglich, was schlimmstenfalls Krankheiten wie Stomatitis mit sich bringen kann!

Alternativ halten wir die Bauart "etwas breiter, dafür flacher" generell praktischer. Wir halten unsere beiden Tiere in einem Terrarium mit den Maßen BTH 180 x 80 x 80 cm, welches noch eine modulare Trennvorrichtung in der Mitte für das bewohnende Pärchen besitzt.
Somit ist das Mikroklima leichter zu bewerkstelligen, ohne den Bewegungsdrang horizontal, als auch vertikal einzuschränken ("Savus" bewegen sich nicht ausschließlich nach oben/unten, sondern auch gerne seitlich!)
Die Trennwand dient zur zeitlichen Trennung bei Fütterungen und in der Paarungszeit (da wir nicht vorhaben, jährlich zu verpaaren). Diese sollten jeweils mit stabilen, festen Klettermöglichkeiten ausgestattet sein.

Die Durchschnittstemperaturen liegen am Tage bei ca 30°C, wobei ein "Hot-Spot" mit ein paar Grad mehr und eine kühlere Zone mit ein paar Grad weniger ebenfalls vorhanden sein muss.
Nachts liegen die Temperaturen bei ca. 24°C.

Die Savus benötigen eine etwas höhere, wenn auch nicht hohe Luftfeuchtigkeit, die bei ca. 70% liegt. Daher ist es optimal, einmal täglich zu sprühen oder feuchtigkeits-spendene Echtpflanzen im Terrarium zu verwenden.
Achten Sie daher bei der Haltung explizit auf eine ausgewogene Klimatisierung, denn bei zu feuchter Haltung neigt das Mikro-Klima im Terrarium durch Schimmelbildung und schlechter Luft krankheitsfördernd zu wirken.
Da im Habitat eine ausgeprägte Regenzeit von Oktober bis März vorhanden ist, obliegt es Ihnen, diese während dieser Monate durch erhöhte Luftfeuchtigkeit zu simulieren.

Beleuchtung: 12 - 14 Std. tägl.
empfohlen: zusätzlich UV-Licht bzw. Tageslicht zur besseren Ausleuchtung der Farbanteile. UV-Licht/Tageslicht ist nicht lebensnotwendig, es verbessert bei bestimmter Farbtemperatur (ca. 6900 Kelvin) nur das äußerliche Erscheinen in positiver Weise. Zu helles Licht sollte aber vermieden werden, da Savus eigentlich recht "lichtscheu" sind.
 
Futter:  Nager und Vögel, Echsen entsprechender Größe
Anfangs wird wöchentlich, am Ende alle zwei Wochen gefüttert. Vorzugsweise Mäuse oder Ratten in entsprechender Menge und Größe. 
Man kann manche Tiere an die Fütterung von der Pinzette gewöhnen, andere wollen sich die Beute selbst holen. Dann legt man z. B. einfach eine tote Maus auf eine etwas höher gelegene Stelle oder alternativ etwas unterhalb des Stammplatzes des Tiers. Nach kurzer Zeit sollte die Schlange die Beute annehmen.

Jedoch zeigen die Tiere oft Nervösität bzw. Hyperaktivität bei der Jagd nach der Beute, welche das ganze schon wieder etwas ungeschickt aussehen läßt.

Des weiteren haben wir die Erfahrung mit unseren Tieren gemacht, dass eine gemeinsame Fütterung in einem Terrarium nicht viel Sinn macht. Die Tiere agieren bei der Fütterung sehr hektisch und sind auch nach dem Schlagen der Beute leicht abzulenken.
Sollte ein Partnertier also zu viel Hektik bei der Jagd nach der Beute veranstalten, kann das andere Tier die schon geschlagene Beute fallen lassen und den Fressvorgang einstellen. Die Tiere sollten also solo gefüttert werden, wobei ein vorheriges "aus dem Terrarium" holen (zwecks Fütterung in einer Box) je nach Temperament keine Dauerlösung ist. Es sei denn, sie mögen es, von 120 cm Gezappel tätowiert zu werden....
Wir haben das Problem mit einer Trennwand im Terrarium gelöst. Ein Tier wird bei der Fütterung nötigenfalls nur auf die andere Seite gesetzt.

Winterruhe: Keine. Gleiche Tagestemperaturen.
Die etwas niedrigeren Nachttemperaturen kommen meist durch die hiesigen, niedrigeren Außentemperaturen von selbst zu stande, so daß man eigentlich außer einer nur etwas verkürzten Beleuchtungsdauer nichts unternehmen muss.
 
Verpaarung: Mit 3-4 Jahren sind Savu-Pythons geschlechtsreif. In der Paarungszeit kann es wie bei vielen anderen Pythons auch zu mehreren Paarungsversuchen kommen. Ist eine Paarung geglückt, legt das Weibchen nach ca. 60 Tagen durchschnittlich 10 Eier (6-14) ab.
Diese inkubiert man bei ca. 31°C weitere 60 Tage, bevor dann die Jungtiere schlüpfen.
 
Zusammenfassung:

Besonders im jungen Alter sind es recht nervöse und hektische Tiere, die gerne mal zubeißen, bzw. es versuchen.

Im Gegensatz zu anderen Python (Unter-)Arten fällt auf, daß die jungen Tiere besonders "wachsam" sind. Auch wenn sie zu den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren zählen, verfolgen diese teilweise ab nachmittags - aber besonders nachts - Geschehnisse vor dem Terrarium. Es ist immer wieder fast "witzig", wenn man 3 Meter vor dem Terrarium irgendwelche Tätigkeiten ausführt und sich dann zum Savu-Terrarium umdreht: dann schauen einen mehrere Augen an, die nur darauf lauern, in Reichweite zu kommen. Kommt man dem Wunsch nach und nähert sich dem Terrarium, so springen einem die Tiere fast entgegen, was zur Folge hat, dass diese erst schnappender Weise gegen die Terrariumscheibe donnern und dann vom Ast fallen, auf dem sie sich vorher befanden.
Dieses recht auffällige, aggressive Verhalten wird immer wieder vorgeführt, selbst auf die Gefahr hin, dass sich das Tier selbst Verletzungen am Maul beibringt - was nicht unwahrscheinlich ist, wenn man nicht diesem Treiben durch Unterbrechung der Arbeiten Einhalt gebietet.
Greift man in das Terrarium hinein, wird erst gebissen und nachdem das Tier merkt, dass das nicht wirklich was bringt, hektisch die Flucht ergriffen.
Beim Herausnehmen beruhigen sich die Tiere in der Hand - nicht selten jedoch nur mit vorheriger Abgabe von extrem stinkenden Urin in des Halters Hände. Es ist daher nach unserer Erfahrung ratsam, die kleinen Racker erst mittels kleinem Schlangenhaken aus dem Terrarium zu holen und dann erst auf die Hand zu nehmen.
Das läuft in der Regel stressfreier für beide Seiten ab.

Im adulten Alter ändert sich dieses Verhalten zwar zum Positiven, aber ganz wird diese Eigenart nicht abgelegt! Auch als erwachsene Tiere darf man immer mit schnappenden Tieren rechnen, obwohl adulten Savus eher ein ruhiges Gemüt nachgesagt wird.
Spätestens jetzt sollte klar sein, dass sich diese Tiere überhaupt nicht dazu eignen, öfters als nötig herausgenommen zu werden.
Wegen dieser Charakter-Eigenschaft zähle ich diese Unterart nicht zu den Einsteiger-Schlangen, denn so ist eine Überforderung eines unerfahrenden Halters vorprogrammiert. Die Beiss-Attacken sind anfangs zwar eher "belustigend"
- wenn man mal von der Gefahr einer Verletzng des Mauls absieht-, einem Neu-Einsteiger können sie aber die Lust an der Haltung dieser Reptilien vermiesen.
Ich persönlich dagegen finde deren Charakter sehr interessant, und gerade im juvenilen Alter fast als "einmalig" und "mal was anderes". Ich provoziere deren Verhalten zwar nicht, bin jedoch immer wieder positiv überrascht über deren Frechheiten....
Bis dato wird deren Charakteristik in unserem Bestand nur von Morelia nauta übertroffen, da bei "Nautas" die größere Reichweite und Kraft dazu kommt.

Jungtier bei der Fütterung:
statt der Maus (unter der Schlange) wird sich vor lauter Hektik selbst gewürgt...
adulter Savu
(Dave & Tracy Barker, VPI.com)

 

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