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Wie kommt es dazu und wie bekämpft man sie richtig? |
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Ursachen, Verlauf und Erkennung bakterieller Erkrakungen |
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Ich falle gleich mit der Tür ins Haus und schreibe
das Wichtigste vorweg, bevor man es überliest:
Bei einer bakteriellen Erkrankung gibt vieles zu beachten, Befallsart,
Befallstärke und Medikamentation können unterschiedliche Behandlungsweisen
von Nöten machen. Generell sind aber zwei Begriffe wichtig:
Antibiogramm und Resistenztest (was das Gleiche ist).
Alles andere ergibt sich aus der Durchführung eines solchen Tests.
Denn bakterielle Erkrankungen werden in fast allen Fällen mit Antibiotika
behandelt und der Erfolg der Behandlung mit solchen Medikamenten setzt unter
anderem voraus, dass man das richtige Medikament einsetzt.
"Irgendein" nicht auf Resistenz getestetes Antibiotikum, dass
dann möglicherweise überhaupt keine Wirkung gegen den Befall zeigt
(wenn man nicht gerade ein Glücksgriff getätigt hat), führt
zu einer stärkeren (je nach Medikament sogar zu einer starken) Belastung
des Stoffwechsels, folglich hat das Tier unter mehr Stresssymptomen zu leiden
und kann den Krankheitsverlauf dann sogar trotz (oder sogar erst recht wegen
der) "Behandlung" tödlich enden lassen!
Man sollte von solchen Resistenztests nur absehen, wenn ein Tier entweder
schon sehr stark erkrankt ist und ein mehrtägiges Warten auf ein Ergebnis
dieses Testes nicht möglich und / oder ein Antibiotikum derart neu
ist, das Resistenzen so gut wie ausgeschlossen sind.
Wie kommt es zu einer bakteriellen Erkrankung?
Unsere Erfahrung und jede Menge Literatur zeigt, dass bakterielle Erkrankungen
meist eine Folge von Stress, Trauma (langer Transport), falscher Haltung
und/oder Fütterung und Folgen von Verletzungen anstatt von bakteriellen
Anhäufungen sind.
Denn oft sind bakterielle Erkrankungen sogenannte Sekundär-Erkrankungen,
die sich eher darauf begründen lassen, dass durch sogenannte Primär-Erkrankungen
der Immunhaushalt derart geschwächt wurde, dass nun eine bakteriell-pathogene
(=krankeitserzeugende) Ausbreitung ohne bzw. mit wenig körperlicher
Gegenwehr erst möglich wird.
Primär-Erkrankungen (z. B. durch falsche Haltung) bedeuten "Stress".
In allen Fällen ist ein geschwächtes Immunsystem durch Stress
die Ursache - nicht das reine Vorhandensein von Bakterien.
Auf andere Ursachen gehe ich in den Einzelbeispielen (bakt.
Krankh.) ein.
Etliche bakterielle Befunde mit geringem oder sogar mittlerem Befall (hängt
vom Umstand der Erkrankung ab) kann man durch optimalste Haltungsbedingungen
oder durch kurzfristiges Umstellen der Haltungsbedingungen (z. B. Erhöhen
von Temperaturen, auch nachts) und somit ohne Medikamentation in den Griff
bekommen. Erst wenn der Labor-Befund beweist, dass die Konzentration des
Befalls (zu) hoch ist oder die optimierten Bedingungen keinen Genesungserfolg
aufweisen, sollte medikamentös eingegriffen werden.
Denn eines steht fest: eine Antibiotika-Behandlung ist durch die Vergabe
selbst (orales Zwangs"füttern" des Medikaments oder subcutane
Verabreichung), als auch durch die dann körperliche Belastung (einige
Medikamente / Wirkstoffe sind sehr belastend für Niere und andere Organe),
ebenfalls ein Stressfaktor. Den es zu vermeiden gilt, wenn es möglich
ist.
Wie erkennt man nun bakterielle Erkrankungen?
Oft verhält sich das Tier auffällig, verändert Verhalten
und / oder es kommen Verhaltensmuster dazu. Im Falle einer fortgeschrittenen
Lungenentzündung wird z. B. oftmals der nach oben gestreckte Hals beobachtet,
das Aufreißen des inzwischen verschleimten Mauls oder die Suche nach
besonders warmen Zonen. Pfeifgeräusche beim Atmen sollten jeden Halter
veranlassen, zum Telefon zu greifen und einen Termin bei einem "fach"kundigen
Tierarzt zu machen (die Erfahrung zeigt leider, dass nicht-"fach"kundige
Tierärzte überhaupt nicht hilfreich sind, ggfs. sogar schaden
können!).
Bei Verletzungen oder bei Maulfäule wird man schnell Eiter erkennen,
die Nutzung der betroffenen Körperregionen wird vermieden.
In anderen Fällen einer Erkrankung wird das Tier entweder besonders
aggressiv oder besonders lethargisch, in fast allen Fällen wird das
angebotene Futter verweigert. Das Ausscheiden von übelriechenden
und/oder schleimigen Exkrementen kann ebenfalls ein Hinweis auf eine bakterielle
Erkrankung sein (Achtung: aber auch auf eine endo-parasitische).
Verlauf einer bakteriellen Erkrankung/Behandlung
Erkennt und behandelt man die Erkrankung nicht, ist das Ergebnis recht eindeutig:
Diese endet meist sehr schnell mit dem Tod des Tieres.
Erkennt man die Erkrankung und steuert schnell gegen, wird sich das Tier
anfangs noch gegen die Behandlung wehren.
Oft hört dieses wehrhafte Verhalten im Verlaufe der Behandlung auf
und man ist geneigt zu denken, das Tier merkt, dass man ihm was Gutes will.
Jedoch ist nur die geschwächte körperliche Verfassung und die
Konditionierung der Vorgehensweise Grund dafür.
Antibiotika sind je nach Wirkstoff mehr oder minder Organ-belastend, neben
der eigentlichen Erkrankung arbeitet der Organismus nun u. a. aufgrund der
Medikamentation auf Hochtouren.
Was bei - und nicht ganz unwichtig auch nach - der Behandlung zu beachten
ist: später unter der Rubrik Antibiotika
(Generelles zur Vergabe) nachzulesen.
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Bakterien und deren Einteilung und Wirkungsweise |
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Bakterien sind ebenfalls Mikroorganismen wie auch z. B.
Viren, Pilze oder Protozoen (Einzeller). Sie unterscheiden sich aber z.
B. im Vergleich zu Viren durch deren Größe (Bakterien sind größer)
und der Fähigkeit, sich selbst zu reproduzieren.
Man unterteilt Bakterien nach morphologischen (Morphologie = ist
die Lehre von der Struktur und Form der Organismen) Aspekten und nach
deren Form und Eigenschaften.
Es gibt kugelige, stäbchenförmige oder schraubenförmige
Bakterien, grampositive oder gramnegative (was das nun wieder ist, erklären
wir gleich). Damit ist hoffentlich jedem klar, dass unterschiedliche Beschaffenheit,
Wirkung und Lebensweise spezieller Gegenmittel bedarf, und die
Vergabe eines Breitband-Antibiotikum ohne Untersuchung auf den eigentlichen
Erreger fast nie Sinn macht.
Sie kaufen sich doch auch keine Alu-Felgen für ihr Auto, ohne zu
wissen, ob die überhaupt passen!
Generell kann man Bakterien folgend unterteilen:
1. Bakterien mit dünner Zellwand (meist gramnegativ -> violett/blaue
Einfärbung)
2. Bakterien mit Kapseln (meist grampositiv -> rote Einfärbung)
3. Bakterien ohne feste Zellwand
Erstere beiden Gruppen lassen sich aufgrund ihrer Zellwandbeschaffenheit
nach der Gram-Färbung des dänischen Arzt und Bakteriologen
Hans Christian Gram bestimmen.
Dieser entwickelte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Verfahren zur
Unterscheidung verschiedener Bakterien unter dem Mikroskop anhand ihrer
Zellwandeinfärbungen, da verschiedene Bakterien unterschiedlich auf
die Färbung reagieren.
Die Einteilung erfolgt dann in sogenannte Gram-positive Bakterien, welche
violett/blau gefärbt sind und in Gram-negative Bakterien, welche
rot gefärbt sind.
Heute ist es möglich, innerhalb weniger Minuten anhand eines Abstriches
das Gramverhalten der Bakterien zu bestimmen.
Gerade bei Infektionskrankheiten ist dieses sehr hilfreich, da Gram-positive
und Gram-negative Bakterien unterschiedlich auf Antibiotika reagieren.
Diese Methode ermöglicht es besonders in Fällen, in denen akuter
Handlungsbedarf besteht und keine Zeit bleibt, um mehrere Tage auf die
definitive Keimbestimmung zu warten, sofort mit einer antibiotischen Therapie
zu beginnen.
Nicht das reine Vorhandensein von Bakterien ist also der Auslöser
solcher Krankheiten, sondern die Schwäche, ein bakterielles Gleichgewicht
im Körper aufrecht zu erhalten (=Immunschwäche).
Auch nicht die Anhäufung von Bakterien, denn diese ist meist Folge
der Immunschwäche.
Es gibt auch nicht nur "schädliche" Bakterien, sondern
auch nützliche, teilweise sind diese sogar lebensnotwendig. Escherichia
coli ist ein Beispiel für solch einen Fall.
Denn diese Bakterienart ist immer im Darm von Menschen und Tieren vorhanden
und für eine regulierte Verdauung mit notwendig. Im Darm trägt
es neben einigen positiven Merkmalen (Vitamin K-Bildung) auch dazu
bei, dass andere Keime im Darm an deren Ausbreitung gehindert werden.
Das gleiche Bakterium wirkt in der Lunge dagegen sehr pathogen.
Eine einzelne Auflistung relevanter Bakterien und deren pathogene Erscheinungsbilder
findet man hier.
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