Schlangen
· Home
Boas
· Boa constrictor
· Boa imperator
  · allg. Infos
  · Lokalformen
  · Genetik
  · Farbvarianten
  · F.A.Q.
  · Galerie
· Regenbogenboa
Pythons
· Königspython
· Teppichpython
· Dschungel-Teppich.
· Bredl Python
· Grüner Baumpython
· Tanimbar-Python
· Savu-Python
· Tigerpython
Nattern
· Kornnatter
· Treppennatter
· Königsnatter
Sonstiges
· Foto-Galerie
· Allgemein-Wissen
· Abzugeben

Technik
· Terrarienbau
· Terrarientechnik
· Zubehör & Tricks
· F.A.Q.

Gesundheit
· IBD
· Bakterien
· Parasiten
· Wissenswertes
· Taxonomie "Boidae"

Sonstiges
· Ärzte & Züchter
· Bücher
· Futtertierzucht
· Kleinanzeigen
· Podcast
· Downloads
· Kurioses

Interaktiv
· Medusa-Forum
· BMI-Datenbank
· Gästebuch
· Suchfunktion
· News & Newsletter
· Kontakt & Impressum

Allgemeine Infos zur Kaiserboa (Boa imperator) [Hynková 2009]

Haltungs-Anspruch:
Einsteiger, Halter mit Erfahrungen

Schutzstatus: WA II / Anhang B, nicht melde- aber nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)

Herkunft: Mittelamerika bis nördliches Süd-Amerika
Diverse Herkunftsgebiete, die sich in unterschiedlichen Merk- malen wie Färbung oder Größe auszeichnen.
Übliche Herkunftsgebiete sind Belize, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama
  bis runter ins nördliches Peru (diese Boas wurden bis 2009 als Boa c. longicauda geführt), Bolivien und Brasilien (ehemalige Boa c. amarali-Tiere).
Tiere, welche nachweislich aus solchen Gebeiten kommen oder abstammen, werden auch "true locations" oder auch "reinrassig" bezeichnet, letzterer Ausdruck ist aber falsch (da es keine Rasse in der Terraristik gibt).
Die Boa imperator (ehemals Boa constrictor imperator) zählt wohl zu den meistgehaltenen Boas in der Terraristik und gehört zur Familie der Boiden (Riesenschlangen), der Subfamilie der "Boinae" (Boas). Zwecks Übersicht empfehle ich den taxonomischen Stammbaum, welcher unter "GESUNDHEIT /TAXONOMIE" einzusehen ist.
 
Habitat: geographische Übersicht der Herkunftsgebiete
zwecks Anzeige der aktuellen Klimadaten bitte hier klicken!
 
Größe & Erscheinung: Zuerst einmal muss ich auf die taxonomischen Änderungen verweisen, welche auch oben im Notizzettel "Wussten Sie schon..?" erwähnt wurden. Noch ist diese Änderung nicht offiziell, es wird aber so kommen, da diese Änderungen auf genetische Untersuchungen basieren. Somit wird der Boa-Komplex etwas durchgeschüttelt, da die Imperatoren nun den Artstatus (nicht mehr den Unterartstatus) besitzen und einige, ehemalige Unterarten (Boa c. longicauda / sabogae / amarali) in diese neue Art integriert werden. Der Terrarianer muss also wieder etwas umdenken und sich auf eine neue Situation einstellen, was ja nicht das Schlimmste ist, auch wenn manche so tun, es wäre eine Frechheit und ein generelles Ärgernis, wenn die Wissenschaft neue Erkenntnisse erlangt und Bekanntes korrigiert.

Leider ist es nun für Besitzer ehemaliger "Sabogaes", "Amaralis" oder "Longicaudas" so, dass sie keine Boa mit eigenem Unterartstatus mehr halten, sondern eine gewöhnliche Boa imperator mit dem Verbreitungsgebiet 'Tumbes/Nordperu' (am Beispiel der "Longicauda") oder "Pearl Islands/Panama" (am Beispiel der "Sabogae"). Was die Tiere ja aber nicht hässlicher macht, oder?


Die Größe und Erscheinung ist sehr abhängig vom Verbreitungsgebiet und kann nicht einheitlich beschrieben werden.
Die Größe kann von 120 - 230 cm reichen, von Färbung sehr dunkel/fast schwarz bis sehr hell, selbst die Musterung kann variieren.
Ebenso ist es fakt, dass die meisten Farb- und Musterungsmorphe von Imperatoren abstammen, was bedeutet, dass selbst innerhalb eines Verbreitungsgebietes aberrante Erscheinungen keine Seltenheit sind.
Für eine kleine, diesbezügliche Übersicht über die Lokalvarianten klicken Sie bitte hier.

Grundsätzlich sind - von den Kolumbianern abgesehen - aber alle Imperatoren kleiner und leichter und haben meistens (nicht ausschließlich) mehr Sattelflecken (bis zu 30 statt < 21 bei Boa constrictor), sie bleiben alle unter zwei Metern, teilweise sogar sehr deutlich unter dieser magischen Marke.

Die verbreiteteste Lokalform dürfte wohl die kolumbianische sein, welche in Gewicht und Größe mit einer Boa constrictor constrictor mithalten kann. Witzigerweise werden Imperatoren oft gerade wegen geringere Größe und besserer "Handlichkeit" den Constrictoren bevorzugt, was das Ganze wird ad absurdum führt.
 
Haltung: In möglichst großen Terrarien mit stabilen Klettermöglichkeiten. 
Das BNA-Gutachten sieht folgende Abhängigkeiten vor:

Mindestgröße bei einer Körpergröße bis 150 cm:
1,0 x 0,5 x 0,75 (Faktoren jeweils mit Körperlänge multiplizieren)
Mindestgröße bei einer Köpergröße ab 150 cm:
0,75 x 0, 5 x 0,75 (Faktoren jeweils mit Körperlänge multiplizieren)

Eine generelle Empfehlung (abweichend zum BNA-Gutachten) können wir nicht generell aussprechen - obwohl wir das ja gelegentlich gerne tun - da sich bei den Imperatoren die Körpergrößen und Gewohnheiten stark unterscheiden können. Während Kolumbianer vergleichsweise recht groß und behäbig werden/sind, sind Belize-Boas recht klein und lieben es, zu klettern. In dem Fall obliegt es Ihnen, sich speziell über die von Ihnen gewünschte Lokalform genauer zu informieren! Einen kleinen Überblick haben wir ja schon erwähnt.

Die Temperatur sollte 26° - 31° C (Temp.-Gefälle an verschiedenen Orten im Terrarium, lokal sogar bis max.33°-35°C), nachts nicht unter 23°C betragen.  Luftfeuchtigkeit ca. 65-75 %.
Es reichen 1-2 Verstecke (bevorzugt aus Ton) an unterschiedlichen Temperatur-Stellen, diese können abwechselnd aufgesucht werden, wobei es schon so etwas wie ein "Hauptnutzungs-Versteck" gibt, das entsprechend groß - aber nicht zu groß - ausfallen und eine ideale Temperatur beinhalten sollte.
Weiterhin sind mehrere Ablagen für die Tiere sinnvoll, tagsüber wechseln gerade adulte Bewohner gerne an Orte mit unterschiedlichen Temperaturen - und besonders gerne, wenn diese etwas höher liegen -, um anschließend wieder auf den Stammplatz/Stammablage zurück zu kehren. Je nach Herkunft bevorzugen einige Lokalformen auch Kletteräste als Ablage.
 
Beleuchtung: 12 - 14 Std. tägl.
empfohlen: UV-Licht bzw. Tageslicht zur besseren Ausleuchtung der Farbanteile. UV-Licht/Tageslicht ist nicht lebensnotwendig, es verbessert bei bestimmter Farbtemperatur (6700 Kelvin) nur das äusserliche Erscheinen.
Diesbezüglich reicht somit auch eine Tageslichtlampe ohne UV.
 
Futter:  In der Natur Säuger jeder Art, Vögel und teilweise sogar Echsen.
Im Terrarium Nagetiere (Maus, Ratte) und je nach Endgröße sogar Kaninchen.
Erfahrungsgemäß ist eine Nachzucht gut auf Frostfutter oder Pre-Killed-Futter umzustellen. Wildfänge oder direkte, nahe Nachkommen von Wildfängen können dagegen bei Totfütterung verweigern. Wird tot-/pre-killed gefüttert, so ist eine additive Vitaminzugabe nur nach Absprache mit einem fachkundigem Tierarzt oder Schlangenhalter zu empfehlen. Wir geben bei Tot-Fütterung keine Vitamine bei, wissen aber auch um die qualitativ gute Zucht der Futtertiere. Generell raten wir sogar von der Vitamin-Zugabe ab.
Ich füttere meine adulten Boas alle vier Wochen mit einer bis zwei größeren Ratte(n).
 
Winterruhe: Keine. Gleiche Tagestemperaturen.
Die etwas niedrigeren Nachttemperaturen kommen meist durch die niedrigeren Außentemperaturen von selbst zu stande, so daß man eigentlich außer einer verkürzten Beleuchtungsdauer (10-12 Sunden) nichts unternehmen muss. Generell aber nicht unter 22-20°C fallen lassen!
 
Jungtiere: Wie alle Boas gebären die Boa imperator lebend.
Die Anzahl der Jungtiere sehr variabel, dass kann von 10 bis 35 Jungtieren gehen. Auch die Größe oder Färbung der Jungtiere kann nicht tendenziell festgemacht werden, da die Erscheinungsvielfalt dier Art zu groß ist.
 
Zusammenfassung: Die Boa imperator ist eine recht beliebte Art, auch wenn sie in der Beliebtheitsskala schon mal bessere Tage hatte. Das liegt wohl auch am stetig steigenden Boom mit Farbmorphen oder "true locations" und dem nun zurückschlagenden Nachteilen ("IBD", Inzest-Folgen) und dem "Schmuh", welcher in den letzten Jahren mit "Reinrassigen" oder "true locations" beim Verkauf gemacht wurde. Da wurde leider nicht immer das gehalten, was auf der Verpackung stand - oder anders: leider nicht immer war das Herkunfts-Etikett echt.
Viele "Halter" und "Züchter" meinen zusätzlich, ein Echtheits-Zertifikat gepachtet zu haben oder die ultimative Meinung zu Farbmorphen oder "reinen Rassen" verbreiten zu müssen.
Lassen Sie sich davon wenig beeindrucken, urteilen Sie selbst, denn Ihre Ausrichtung muss nicht die derer sein, Ihre Geschmack darf auch von anderen abweichen.


© Manfred Dorka, 1998 - 2010 --- Keine Verwendung, Vervielfältigung, Veröffentlichung oder auszugsweise Zitierung von Text-Inhalten
oder Bildmaterial ohne besondere, schriftliche Erlaubnis des Webmasters!