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Haltungs-Anspruch:
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Einsteiger, Halter mit Erfahrungen
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| Schutzstatus: |
WA II / Anhang B, nicht melde- aber
nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)
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| Herkunft: |
Nördliches und mittleres Südamerika
Diverse Herkunftsgebiete (Peru, Guyana, French-Guyana,
Surinam, Kolumbien, Brasilien, Venezuela, Inselgruppe Trinidad, sowie [ehem.
Boa c. amarali] Bolivien und Paraguay), die sich in unterschiedlichen
Merkmalen wie Färbung, Größe oder Anzahl der Sattelflecken
auszeichnen. |
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Gerade bei der Boa constrictor achtet man sehr auf Herkunftsgebiete,
sogenannte "true location"-Tiere (was ausdrücken soll, dass
Herkunft als auch Äußeres einem bestimmten Verbreitungsgebiet
zugeordnet werden können) sind weit aus teurer als Mischlinge / "Mixed
Boas". Wobei "Mixed-Boas" (inzwischen) so definiert
werden, dass sowohl Unterarten als auch Tiere der gleichen Unterart aber
aus verschiedenen Verbreitungsgebieten willkürlich verpaart wurden.
Bitte benutzen Sie in der Terraristik nicht Begriffe wie "reinrassig"
/ "Reinrassigkeit", es gibt keine Rassen in der Terraristik (siehe
auch Podcast vom Januar 2010).
Boa constrictor zählt in der Terraristik hinter den Artgenossen
der "Boa imperator" zu den meistgehaltenen Boas in der
Terraristik.
Die Sub-Spezies Boa constrictor constrictor gehört zur Familie
der Boiden (Riesenschlangen), der Subfamilie der "Boinae"
(Boas) und der Spezies der Boa constrictor. Zwecks Übersicht
empfehle ich den taxonomischen Stammbaum, welcher unter "GESUNDHEIT
/TAXONOMIE" einzusehen ist.
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| Habitat: |
geographische
Übersicht der Herkunftsgebiete
zwecks Anzeige der aktuellen Klimadaten bitte hier
klicken!
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| Größe & Erscheinung: |
Zuerst einmal muss ich auf die taxonomischen
Änderungen verweisen, welche auch schon im Haltungsbericht für
die Imperatoren erwähnt wurden. Noch ist diese Änderung nicht
offiziell, es wird aber so kommen, da diese Änderungen auf genetische
Untersuchungen basieren. Somit wird der Boa-Komplex etwas durchgeschüttelt,
die Imperatoren erhalten nun den Artstatus (nicht mehr den Unterartstatus)
und einige, ehemalige Unterarten (Boa c. longicauda / sabogae / amarali)
in diese neue Art integriert werden. Den Komplex der Abgottschlangen betreffend
wird nun die ehemalige Unterart Boa constrictor amarali in diese
integriert, der Unterartname der "Amaralis" entfällt zukünftig.
Der Terrarianer muss also wieder etwas umdenken und sich auf eine neue Situation
einstellen, was ja nicht das Schlimmste ist, auch wenn manche so tun, es
wäre eine Frechheit und ein generelles Ärgernis, wenn die Wissenschaft
neue Erkenntnisse erlangt und Bekanntes korrigiert.
Besitzer/Halter von Amaral's Boas werden das nicht witzig finden, wenn man
nun diese "Boa constrictor constrictor - Verbreitungsgebiet
Bolivien/Brasilien/Paraguay" bezeichnen muss, aber es macht die Tiere
ja nicht hässlicher, oder?
In der Natur ca. 200 - 350 cm, abhängig von der
Herkunft (Lokalität), in der Terraristik darf man eher mit einer Maximallänge
von 250-300 cm rechnen, wobei die Durchschnittsgröße eher etwas
über der 2 Meter-Marke liegt.
Diese durchschnittliche Größe in der Terrarienhaltung kann aber
aufgrund der diversen vorhandenen Lokalformen teilweise stark variieren.
In der heutigen Boa-Haltung gibt es aber viele "Bastarde" (Mischlinge,
bei deren Verpaarung nicht auf deren Herkunft oder Unterart geachtet wurde),
deren Größe nicht vorraussagbar ist. Deren Körperlängen sind sehr
von den Elterntieren abhängig, da eine genetische Vermischung der Herkunftsgebiete
und Arten (z. B. mit Boa imperator, der im Gegensatz zur Boa c.
constrictor in der Regel kleiner bleibenden Art) stattgefunden hat.
Die von uns gehaltenen Guyana-Boas überschreiten meist die 2 Meter-Marke,
werden aber meist nie größer als 250 cm. Hier ist sicherlich
auch die Fütterung des Halters ein mitentscheidender Faktor.
Auch das Gewicht variiert natürlich mit der Länge.
Aber auch hier gilt: natürlich auch abhängig von Herkunft und
Fütterung!
So gibt es in Deutschland eine 30 kg Boa mit einer Gesamtlänge von
350 cm.
Andererseits hat ein ausgewachsenes Mixed-Weibchen selten mehr als 5-7 Kilo
zu bieten. Diese Angaben betreffen nicht Imperatoren, hier ist die Bandbreite
nach unten noch größer.
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| Haltung: |
In möglichst großen Terrarien mit stabilen Klettermöglichkeiten.
Das BNA-Gutachten sieht folgende Abhängigkeiten vor:
Mindestgröße bei einer Körpergröße bis 150 cm:
1,0 x 0,5 x 0,75 (Faktoren jeweils mit Körperlänge multiplizieren)
Mindestgröße bei einer Köpergröße ab 150 cm:
0,75 x 0, 5 x 0,75 (Faktoren jeweils mit Körperlänge multiplizieren)
Wir halten ein Pärchen 'Guyanas' mit der Länge von zwei
Metern bzw. 210 cm in einem Terrarium mit den Innenmaßen 190 x 80
x 80 cm - und halten dabei die Höhe für ausreichend, denn gerade
wenn sie älter sind, bewegen sie sich kaum noch, höchstens um
sich vielleicht zwei mal am Tage direkt unter den Spot zu legen. Ansonsten
bevorzugen beide eine einzige Ablage mit der geringen Größe von
45x45 cm (wobei das Weibchen zur Zeit des Entstehen dieses Textes allein
9 Kilo auf die Waage bringt).
Die Temperatur sollte 26° - 31° C (Temp.-Gefälle an verschiedenen Orten
im Terrarium, lokal sogar bis max.33°-35°C), nachts nicht unter 23°C
betragen. Luftfeuchtigkeit ca. 65-75 %.
Es reichen 1-2 Verstecke (bevorzugt aus Ton) an unterschiedlichen Temperatur-Stellen,
diese können abwechselnd aufgesucht werden, wobei es schon so etwas
wie ein "Hauptnutzungs-Versteck" gibt, das entsprechend groß
- aber nicht zu groß - ausfallen und eine ideale Temperatur beinhalten
sollte.
Weiterhin sind mehrere Ablagen für die Tiere sinnvoll, tagsüber
wechseln gerade adulte Bewohner gerne an Orte mit unterschiedlichen Temperaturen
- und besonders gerne, wenn diese etwas höher liegen -, um anschließend
wieder auf den Stammplatz/Stammablage zurück zu kehren.
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| Beleuchtung: |
12 - 14 Std. tägl.
empfohlen: UV-Licht bzw. Tageslicht zur besseren Ausleuchtung der Farbanteile
(erst recht bei den schönen, fast kirschroten Schwänzen [red-tails]
z. B. einer peruanischen Boa). UV-Licht/Tageslicht ist nicht lebensnotwendig,
es verbessert bei bestimmter Farbtemperatur (6700 Kelvin) nur das äußerliche
Erscheinen.
Diesbezüglich reicht somit auch eine Tageslichtlampe ohne UV.
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| Futter: |
Nager und Vögel, Kaninchen.
In der Natur fressen sie sogar Echsen (Grüner Leguan), wie De Vosjoli
("The Lure of the red-tailed Boa", The Vivarium 9.3, 1998) beschreibt.
Ein Grund mehr, Echsen nicht mit dieser Art zu vergesellschaften *g*.
Die Boa c. c. ist leicht(-er als andere bestimmte Arten) auf Pre-Killed-Fütterung
umzustellen. Wird tot-/pre-killed gefüttert, so ist eine additive Vitaminzugabe
nur nach Absprache mit einem fachkundigem Tierarzt oder Schlangenhalter
zu empfehlen. Wir geben bei Tot-Fütterung keine Vitamine bei, wissen
aber auch um die qualitativ gute Zucht der Futtertiere.
Ich füttere meine adulten Boas alle vier Wochen mit einer bis zwei
mittleren bis größeren Ratte(n).
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| Winterruhe: |
Keine. Gleiche Tagestemperaturen.
Die etwas niedrigeren Nachttemperaturen kommen meist durch die niedrigeren
Außentemperaturen von selbst zu stande, so daß man eigentlich,
außer einer verkürzten Beleuchtungsdauer (10-12 Sunden), nichts
unternehmen muss.
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| Jungtiere: |
Wie alle Boas (Ausnahme: die Sandboa [Erycinae] Calabaria reinhardtii,
welche bis vor 'kurzem' noch zu den Pythons gezählt wurde) gebären
die Boa con. con. lebend.
Sind nach der Geburt 42-60cm lang und 55-75g schwer. Die erste Häutung
findet nach 8 - 14 Tagen statt. Danach werden mittelgroße Mäuse
gefressen. Jungtiere werden mindestens einmal wöchentlich gefüttert,
eher im Abstand von 4 - 5 Tagen.
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| Zusammenfassung: |
Die Boa constrictor constrictor ist eine recht kräftige und große
Schlange und braucht somit verhältnismäßig viel Platz (inkl.
stabiler Einrichtung) im Vergleich zu anderen Pfleglingen. Nicht aufgrund
ihres Haltungsanspruches, sondern ihrer Größe, ist sie dem Anfänger
nur eingeschränkt zu empfehlen, denn man sollte sich also bei einem
Erwerb im Klaren sein, wie groß diese Art werden kann, ggfs. auf eine
kleinere Lokalform der Unterart der Imperatoren ausweichen!
Prinzipiell sollte sich jeder Interessent sowieso vorher gründlichst
informieren, da es sowohl bei "Constrictoren" als auch
bei "Imperatoren" diverse Lokalformen gibt, deren Aussehen
und Größe sehr unterschiedlich sein kann.
Die Boa constrictor constrictor ist jedoch im Allgemeinen eine friedfertige
Schlange, die meiner Erfahrung nach seltenst zubeißt oder gar aggressiv
ist. Ganz im Gegenteil, die Boa constrictor constrictor gehört
für mich eher zu den berechenbaren Schlangen, ganz im Gegensatz zu
manchem Python.
Bei gleichzeitiger Fütterung mehrerer Tiere in einem Becken ist Vorsicht
geboten, da die Tiere sich schnell verbeißen können.
Wer jedoch auch tagsüber mal seinen Pflegling sehen möchte, wird
sich an dieser Art schon erfreuen können. Die an sich dämmerungsaktive
Schlange sucht sich am Tage auch mal außerhalb ihres Verstecks einen
Wärmeplatz - sie haben ihre ein bis zwei "Stammplätze"
im Terrarium, welche sie wechselnd aufsuchen.
Aber ansonsten eine imposante Erscheinung im Terrarium, deren Haltung technisch
gesehen problemlos ist - als einziger Knackpunkt soll die mögliche
Endgröße gelten.
Persönliche Anmerkung: wer schon einmal das Vergnügen
hatte, eine juvenile, echte Rotschwanz-Boa (Peru, Surinam, Guyana) zu sehen,
wird schwer wieder vom Gedanken loskommen, sich nicht ein solches Tier zulegen
zu wollen. |
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