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Allgemeines zur eigenen Futtertierzucht, Vor- und Nachteile


Dieses Thema ist immer wiederkehrend in der Haltung von Reptilien.
Für die einen stellt sich die Frage aus Kostengründen (die Fütterung der adulten Reptilien kann doch schon mal ein kleines Vermögen kosten), für die anderen einfach aus der Situation heraus, dass in vertretbarer Nähe kein Zoo-Handel vorhanden ist und man somit auf Eigenversorgung ausweichen muss! Jeder hat da sicherlich seine eigenen Beweggründe.

Die Problematik des Themas besteht an sich darin, dass eine Information im Internet dadurch erschwert ist, da man auf Nagerforen und Nagerseiten nicht bei eventuellen Problemen nachfragen sollte. Zumindest sollte man sich nicht als Reptilienhalter zu erkennen geben, um nicht (verständlicher Weise) den Zorn der versammelten Nager-Fans auf sich zu ziehen.
Spätestens wenn man erklärt, dass seine Ratten trächtig sind, wird dieses aber schon leicht durchschaut (Ratten-Liebhaber lassen ihre Tiere sterilisieren oder halten sie geschlechtlich getrennt).

Deshalb eines vorweg: Die Berichte betreffen die reine Futtertier-Zucht! Das muss jedem Leser klar sein. Hier werden ehrliche Tatsachen aus Sicht der Reptilien-Halter besprochen.
So mancher "echte" Mäuse-Liebhaber wird daher sicherlich die eine oder andere Formulierung hart und herzlos empfinden. Allein die Verbildlichung, welches Schicksal seine Lieblingstiere wohl erleiden müssen, macht es uns unmöglich, auch diesen Tierhaltern gerecht zu werden, liebliche Texte zu bieten. Dieses wäre nur eine Verharmlosung der Wirklichkeit. Die Berichte haben den Sinn und Zweck, Reptilien-haltenden Menschen Informationen zu geben, und die Schnittmenge der Informationen über die "Futtertiere" und den Reptilien mag leider für den Mäuse-Liebhaber grausam erscheinen.


Genauso sollte sich auch jeder Herpetologe wirklich bewusst sein, dass so manche Ratte, Maus oder Wüstenrenner, welche wir ganz sachlich verfüttern, für andere ein Haustier bedeutet, um dass sich liebevoll gekümmert wird. Und das bis an das normal-sterbliche Lebensende, der eigentliche Unterschied. Hier treffen an sich also zwei Welten auf einander.

Wir bitten beide Seiten um Akzeptanz!

Wir geben hier nun unsere Erfahrungen und Informationen über die Tiere wieder, die wir selbst züchten. Auch wenn unsere Zuchtgruppen keine Namen von uns erhalten haben (im Gegensatz zu unseren anderen "Haustieren"), so besteht doch eine fürsorgliche Beziehung zu den Tieren.
Eine erfolgreiche Zucht ist nur in sauberer und für die Tiere geeigneter Haltung gegeben, die eben auch einen gewissen Anteil an Zeit benötigt, die zu opfern ist.

Wer also überlegt, seinen reptilen Sprösslingen Futter aus "eigener Herstellung" (man möge mir diesen Ausdruck verzeihen) anzubieten, sollte sich auch im Klaren sein, Zeit dafür aufbringen zu müssen. Und das je nach Anzahl der Futtertiere nicht zu knapp.
Wir haben zur Zeit (die Anzahl der Zuchtgruppen variiert nach saisonalem Bedarf) eine Zuchtgruppe Wüstenspringmäuse, zwei Zuchtgruppen Vielzitzenmäuse, eine Zuchtgruppe Farbmäuse und neun Zuchtgruppen Ratten sowie deren Nachzuchten. Alles in allem verbringen wir inkl. aller notwendigen Arbeiten durchschnittlich gut 30-45 Minuten pro Tag für alle Tiere allein mit der Versorgung, Pflege und Reinigung.

Dafür hat man den Vorteil, dass man gesunde Futtertiere aus kontrollierter Haltung anbieten kann, was die Gesundheit wie auch die Ernährung der Futtertiere betrifft. Das ist bei Tieren aus Zoo-Läden in den allermeisten Fällen nicht möglich.

Die erste Hürde, die man überwinden muss, ist die Frage des Standorts für die Futtertiere. Meist lohnt sich die Zucht ja erst dann (finanziell und organisatorisch), wenn man einen erhöhten Bedarf daran hat.
Es sei denn, man züchtet nicht für den Eigenbedarf, sondern für den Wiederverkauf. Denn bei zwei, drei oder vier Schlangen lohnt sich eine Futtertier-Zucht nicht wirklich.

Hat man in seinen eigenen vier Wänden dann ein passendes Plätzchen gefunden, so ist erst einmal eine Grundinvestition in Ausstattung und Zubehör zu tätigen. Nicht nur Käfige, Boxen, Terrarien (eignen sich sehr gut für die Zucht), sondern auch in Trinknäpfe, Futterschalen, Einstreu und Futter.
Es ist bitte darauf zu achten, dass ein eventueller Vermieter keine Einwände gegen die Zucht hat!
Höhere Anzahlen an Tieren bedeuten auch eine höhere Geruchsbelästigung, und gerade Farbmäuse sind nicht gerade die reinlichsten und geruchlosesten Tiere.

     
Vorteile der Eigenzucht Nachteile der Eigenzucht
  • kontrollierte, vitaminreiche Fütterung kommt auch den Reptilien zu Gute
  • stetiger "Vorrat"
  • größeres Angebot an Art und Größen
  • Die Frage, "wohin mit der nichtgefressenen Maus?" ist nicht ganz so brisant
  • bei höherem Bedarf kostengünstiger
  • Bei "Überzucht" kann es zu "Absatzproblemen" kommen
  • erhöhter Zeit- und Arbeitsaufwand
  • höhere Geruchsbelästigung
  • bei niedrigerem Bedarf kein Kostenvorteil
  • erhöhter Platzbedarf in Wohnung oder Haus
  • Problematik des Mietrechts ist zu klären

Die Gewichtigkeit jedes einzelnen Punktes muss jeder für sich selbst beantworten.
Erst dann kann man sich sicher sein, zu welcher Seite die Waagschale ausschlägt: selber züchten oder nicht?     


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